6. April 2014: REQUIEM v. L. CHERUBINI

PASSIONSKONZERT

Männerchor des Tölzer Knabenchores, Solisten: Anselm Sibig, Niklas Mallmann, Frederic Jost, Kammerorchester Dieter Sauer, Bläser der Münchner Symphonieorchester, Leitung: Clemens Haudum

Weil der damalige Erzbischof von Paris die Aufführung von Cherubinis erstem Requiem wegen der Besetzung mit Frauenstimmen untersagte, schrieb der Komponist in hohem Alter das Requiem in d-Moll für Männerchor und Orchester. Ebenfalls "im Auftrag" eines Bischofs entstand die Festkantate (WAB 16) von Anton Bruckner.

Luigi Cherubini (1760-1842): Requiem Nr. 2 in d-Moll
Weil der damalige Erzbischof von Paris Cherubinis erstes Requiem in c-Moll wegen der Besetzung mit Frauenstimmen kritisierte und eine Aufführung untersagte, komponierte der schon im hohen Alter sich befindende Cherubini das Requiem in d-Moll nur für Männerstimmen, das er 1836 fertigstellte. Die Uraufführung fand nochmals anderthalb Jahre später in Paris statt. Wenngleich das erste Requiem ein größerer Erfolg war und heutzutage weitaus öfter aufgeführt wird, zeugt das zweite von nicht minderer musikalischer Qualität und wurde wie Cherubini als Komponist zu Lebzeiten als große kirchenmusikalische Schöpfung gefeiert. Auf Wunsch des Komponisten wurde es an dessen eigener Beerdigungszeremonie im Frühling 1842 aufgeführt.
Unterteilung
Introitus et Kyrie: Der Introitus steht in der Grundtonart d-Moll. Als Hauptinstrument wird dabei nicht die Violine, sondern das Violoncello verwendet. Graduale: Das Graduale, welches bei einer liturgischen Aufführung nach der Lesung folgen würde, beginnt in a-Moll und wird vom Chor bis zum Schluss a cappella mit einem Vollschluss auf A-Dur beendet.
Dies irae: Die durchkomponierte Totensequenz wechselt im ersten Teil zwischen Fortissimo-Abschnitten, welche kurz und prägnant gehalten sind, versetzten Tonfolgen in mezzopiano. Ab der Stelle Judex ergo kehrt eine vermeintliche Ruhe ein, welche durch das Fortissimo des Rex tremendae gebrochen wird, aber bis zu fons pietatis wieder zurückkehrt. Nach dem klagenden, wieder in d-Moll stehenden Lacrimosa wird für das abschließende, friedvoll anmutende Pie Jesu nach D-Dur gewechselt. Wie im Kyrie kehrt die Tonart aber während des orchestralen Ausklangs nach d-Moll zurück.
Sanctus: Das feierliche Sanctus steht in B-Dur und ist am Anfang und gegen Schluss durchgehend forte bis fortissimo; einzig der kurze Mittelteil Benedictus ist piano. Integrales Thema sind die Hosanna in excelsis-Rufe vor dem Benedictus sowie die opulent eingesetzten Pauken.
Pie Jesu: Das bei einer liturgischen Aufführung bei der Einsegnung vorgetragene Pie Jesu beginnt mit einem kurzen Klarinettenmotiv in Begleitung der Holzbläser in g-Moll, welches vom Chor a cappella dreimal verarbeitet wird; in den Chorpausen dazwischen erklingt immer wieder das Klarinettenmotiv mit der Holzbläserbegleitung. Im Schlussakkord des zweiten Chorteils wird nach G-Dur gewechselt., Das Stück endet auch trostreich in leisem Dur des Orchesters.

Anton Bruckner (1824-1896): Festkantate WAB 16
Die Festkantate (voller Titel: Fest-Cantate bei Gelegenheit der Grundsteinlegung zum Dombau) ist ein geistliches Chorwerk von Anton Bruckner für vierstimmigen Männerchor, Männer-Soloquartett, Bass-Solo und Blasorchester.
Die Komposition entstand im Auftrag des Linzer Bischofs Franz Joseph Rudigier zur Grundsteinlegungsfeier des Maria-Empfängnis-Doms in Linz. Die Textvorlage lieferte der Theologieprofessor Maximilian Prammesberger. Für die Instrumentalbesetzung wählte Bruckner ein großes Blasorchester. Bruckner stellte am 25. April 1862 das Werk fertig und am 1. Mai wurde die Kantate auf dem Bauplatz unter Leitung von Engelbert Lanz uraufgeführt.
Das Werk ist unterteilt in acht kurze Teile:
I. Chor "Preiset den Herrn" (Männerchor, Orchester)
II. Solo-Quartett und Chor "Taue deine Kraft und Stärke" (Solisten, Männerchor)
III. Chor "Preiset den Herrn" (Männerchor)
IV. Baß-Solo "Aus der Erde Schoß" (Bass-Solist)
V. Solo-Quartett "Das ist der Unbefleckten Haus" (Solisten a cappella)
VI. Praeludium (Klarinetten, Fagotte)
VII. Chor a cappella "Des Landes Stämme wallen fromm" (Männerchor a cappella)
VIII. Chor "Preiset den Herrn" (Männerchor)

Die Mitwirkung im Tölzer Knabenchor endet naturbedingt mit dem Stimmbruch der jungen Sänger. Schon seit langem wird dort jedoch den Knaben die Möglichkeit geboten, ihre Stimme auch in der Mutationszeit durch erfahrene Stimmbildner weiter schulen und betreuen zu lassen, um die wertvolle Investition in das "Instrument Stimme" als angehende Mitglieder im Männerchor richtig fortzuführen. Deshalb ist der Tölzer Knabenchor auch in der Lage, bei großen Chorwerken je nach Bedarf sämtliche Männerstimmen aus den eigenen Reihen zu besetzen und somit einen einheitlichen chorischen Klangkörper zu schaffen. Vor zwei Jahren ist aus dieser eher projektbezogen auftretenden Männergruppe ein eigenes Ensemble, der "Männerchor des Tölzer Knabenchores" entstanden, der nicht nur als Ergänzung des Knabenchores fungiert, sondern sich nach und nach ein eigenes Repertoire erarbeitet hat. Geblieben sind die Grundsätze der werktreuen Interpretation ausgewählter Musikstücke, die Weiterführung des stimmbildnerischen Konzepts des Gründers, Prof. Gerhard Schmidt-Gaden, sowie die Freude am Singen und an der Musik.
Clemens Haudum ist unter der künstlerischen Leitung von Ralf Ludewig und der musikalischen Beratung von Prof. Gerhard Schmidt-Gaden der Chorleiter und Stimmbildner der jungen Gruppe. Unter seiner Regie konnten bereits einige beachtete Konzerte ausschließlich mit Männerchor-Werken veranstaltet werden. Der Erfolg beim Publikum, das positive Echo in den Medien und vor allem die Lust am gemeinsamen Singen ermuntern Dirigent und Sänger, den begonnenen Weg weiterzugehen.

TERMINVERSCHIEBUNG

Da am Samstag, 23. Juni Deutschland bei der Weltmeisterschaft in der Gruppe F um 20 Uhr gegen Schweden spielt, findet die Kaufbeurer Orgelnacht nun am Freitag, 22. Juni statt - das Programm bleibt wie geplant.

ZUSATZKONZERT

Am Donnerstag, 30. August kommt der Mädchenchor aus Le Pecq bei Paris in die Stadtpfarrkirche St. Martin und singt um 20 Uhr ein Konzert mit Kompositionen von Johannes Brahms und einigen skandinavischen Komponisten. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei.

NEU: Jahresprogramm 2018

Das gedruckte Fassung des Jahresprogramms mit allen Konzerten und Gottesdiensten ist erschienen. Sie können den Flyer > hier herunterladen.